Gecko-Folie





Als Geckofolie bezeichnet man Folien, deren mikrofeine Oberflächenstrukturen eine außergewöhnliche Haftkraft besitzen. Die Oberflächen dieser Folien bestehen aus bis zu 29000 Haftstäbchen oder Noppen pro Quadrat-Zentimeter.

Geckofolien wurden den Fußlamellen des gleichnamigen Tieres nachempfunden. Der Gecko kann mit seinen Fußlamellen an spiegelglatten Flächen und Glasscheiben hochlaufen ohne dass er abrutscht. Tausende mikrofeiner Haare, an deren Ende sich ein kleiner Trichter befindet, machen das möglich.
Er löst blitzschnell seine Füße wieder von der Glasfläche ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Nach langen Überlegungen ist man darauf gekommen, dieses Prinzip mit Silikonmaterialien technisch umzusetzen.
Hierbei werden in lichtempfindliche Kunststoffplatten mit lithografischen Verfahren mikrofeine Noppen in die Oberflächen geätzt. Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Herstellung von Leiterplatten in der Elektro Industrie.












Am Leibnitz Institut in Saarbrücken forscht man mit Gecko Folienanwendung im medizinischen Bereich. Man macht Versuche mit hochsterilen Wundpflastern die sich einfach auflegen und wieder entfernen lassen, ohne dass es zu Kleberückständen oder Schmerzen beim Entfernen der Pflaster kommt. Das dürfte bei der Nachsorge von großflächigen Brandwunden interessant werden.
Ferner gibt es Versuche mit der Reparatur oder dem Ersatz von Trommelfellen. In der Zwischenzeit ist man bei der Herstellung der Geckofolien soweit, dass man Versuche mit den unterschiedlichsten Noppenformen und mit den unterschiedlichsten Materialien macht. Hier entwickelt sich ein neuer Zweig in der Materialkunde.









Quelle REM Aufnahmen: In der Fußzeile der Bilder



Im technischen Bereich verwendet man die Geckofolie zur Bestückung von Greifarmen, mit denen man Bauteile auf Montagebändern entnimmt und an die Montageplätze transportiert. Vorteil dabei ist, dass man ein rohes Ei genauso schnell und sicher, wie ein Aluminium Bauteil mit dem gleich Greifer packen kann.
Es laufen in der Weltraum-Industrie auch Versuche, mit solchen Greifarmen Weltraumschrott einzufangen.





Weitere Informationen    http://www.leibniz-inm.de/forschung/grenzflachenmaterialien/funktionelle-mikrostrukturen/






Dämpfungsfolie aus Silikon



Eigentlich war es nur ein Überbleibsel von der Demontage einer alten Festplatte. Mit dieser Folie wurde die Hauptplatine der Festplatte vor Erschütterungen geschützt. Spaßeshalber unter das Mikroskop gelegt, bestaunte man ein ganzes Netz von aufgerissenen Fragmenten, die eindeutig aus Silikon waren und in allen Regenbogenfarben schillerten.

Die Rückseite der Folie hatte keine Klebeschicht sondern war nur als Dämpfungsglied für die SMD bestückte Platine gedacht.














Mit zwei LED Lampen unter einem Diffusor wurden diese Strukturen beleuchtet. Zwischen den Silikonbrücken der netzartigen Verbindungen befinden sich ganz dünne Hautfragmente. Diese sehen aus wie aufgerissene Blasen, deren Oberflächenreste in allen Regenbogenfarben schillern. Es erinnert an die bunte Oberfläche von Seifenblasen, wenn sie kurz vorm Zerplatzen sind.





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