Kleine Fossilien Funde



Präparat aus Rhynie Chert - Grafschaft Aberdeenshire im Nordosten Schottlands



In einem Präparat wurden Spuren von einer Ur-Pflanze gefunden, die über 400 Millionen Jahre alt ist. Diese Pflanze nennt man Aglaophyton major. Sie ist eine Vorläuferin von Farngewächsen, die sich im Laufe der Evolution aus ihr entwickelten.

Der Fundort des Hornsteines, aus dem das Präparat erstellt wurde, liegt heute in der Grafschaft Aberdeenshire im Nordosten Schottlands. Wo genau die Pflanze zu ihrer Lebenszeit stand kann jedoch nicht mehr nachgewiesen werden.

Im Bild rechts unten sehen wir, wie die Pflanze einmal ausgesehen hat.







Bildnachweise, sofern erforderlich, in den Fußzeilen der Bilder.



Die Lage der Kontinente stellte sich zu dieser Zeit in etwa so dar, wie wir es auf den beiden Grafiken sehen.

In dieser Zeit war von einem europäischen Kontinent, der Menschheit und von Schottland noch keine Rede. Zumal es damals noch niemanden gab der reden konnte.  :)

Das dritte Bild zeigt eine künstlerische Rekonstruktion der damaligen Landschaft, wie man sie sich heute vorstellen kann.
Zu dieser Zeit haben die Pflanzen begonnen das Festland zu besiedeln. Aus Sümpfen und Uferregionen kommend, eroberten die Pflanzen das Land. Aus niederen Moosen und Bärlapp-Gewächsen wuchsen immer größer werdende Exemplare heran.

Maßgeblich daran beteiligt war die Symbiose von Pilzen und Pflanzen. Pilze wuchsen in den Feuchtgebieten sehr gut. Der Sauerstoffgehalt in der Luft lag in dieser Zeit bei 30 Prozent.

Die Pilze bedeckten die Wurzeln, der sich entwickelnden Pflanzen, wie ein Netz. Dadurch steigerten die Wurzeln ihre Fähigkeit, mehr Wasser als bisher aufzunehmen.

Daraus resultierte ein immenses Wachstum der Pflanzen, was zur Folge hatte, dass sich auch die im Wasser und im Sumpf lebenden Kleintiere zu fliegenden Insekten entwickeln konnten.

Die Wurzeln dieser Pflanze wachsen waagrecht. Ihre Sprossen stehen aufrecht und haben an ihren Enden die sogenannten Sporagien, die Kapseln in denen diese Urpflanze ihre Samen bildet.










Das Präparat ist ein gekauftes Fossil-Präparat, welches in einem erbärmlichen Präparationszustand zugeschickt wurde. Es war voller Luftblasen, die geschliffene und polierte Seite war eingegossen.










Das innere Gewebe der Pflanze besteht aus sehr dünnwandigen Zellen, während die äußeren Partien des Leitgewebes relativ dickwandig sind. Dieses Gewebe leitet bei den Pflanzen das Wasser. Diese Leitzellen nennt man bei unseren heutigen Pflanzen Tracheen, die hier aber hier noch nicht voll entwickelt sind, da ihnen die Verdickungen an den Zellverbindungen fehlen.










Man kann auf den Bildern sehr schön den Stängelquerschnitt erkennen. Man sieht, dass der Stängel nicht ganz geschlossen war, ähnlich dem einer heutigen Sarrazenia.










Das liegende V bei den mittleren Bildern ist der Schnitt durch eine Samenkapsel. Die obere Zellwand hat größere und dickere Zellen. Durch diese Zellen wurde die Pflanze mit Wasser versorgt

Die dünnere Außenhülle der Samenkapseln besteht nur aus drei bis vier Zellschichten von denen man die Äußere als die eigentliche Haut (Epidermis) betrachtet.


Es ist ein seltsam erhabenes Gefühl, wenn man vor den Überresten einer versteinerten Pflanze sitzt, die vor 400 Millionen Jahren auf der Erde einmal gelebt hat.


Hinweis: Der Geo-Paläontologe Pofessor Ron Blakey hat 20 Jahre seines Lebens damit verbracht paläontologische Weltkarten zu erstellen, wie wir sie auf den oberen Bildern sehen.

https://www2.nau.edu/rcb7/globaltext2.html







Bonebed Fossilien aus dem germanischen Becken

Diese fossilienhaltigen Steine stammen aus dem unmittelbaren Bereich einer Autobahnbaustelle bei Eisenach, die sich im germanischen Becken befindet.

Das Germanische Becken ist ein weit über Deutschland hinaus ausgedehntes Ablagerungsgebiet, in dem während der Triaszeit, vor etwa 250 bis 200 Millionen Jahren zuerst Wüstensedimente aus Buntsandstein, später die Ablagerungen eines flachen Meeres aus Muschelkalk und danach erneut Tone, Schluffe und Sande, aber auch Gips und Steinsalz abgelagert wurden. In Folge dieser Entwicklung war diese Landschaft wieder eine einzige Wüste.

Die Geologen gaben dem Ende dieser Entwicklung den Namen: Germanische Trias.










Die hier gezeigten Fossilien stammen aus einem ungewöhnlichen Gestein von einer Autobahnbaustelle bei Eisenach, einem so genannten ' Bonebed ', was auf englisch soviel wie Knochenlager bedeutet. Diese Bonebeds enthalten Zähne und Knochenreste von Meeressauriern und Fischen, die in allen Größen, vor über 200 Millionen Jahren, durch die Urmeere schwammen.


Die im Keuper-Bonebed gefundenen Zähne und Knochenreste wurden anfangs in mühsamer Kleinarbeit heraus präpariert. Sie zerbrachen leicht in kleine Brocken wenn man sie mit der Präpariernadel berührte.










Es musste also eine andere Lösung gefunden werden. Das Arbeiten mit einer Präparienadel brachte nicht den erwünschte Erfolg. Nach einigen Überlegungen wurde die Idee geboren, die Auflösung der lockeren Gesteinsbrocken unter Ultraschall zu probieren.
Folglich wurden in einem Ultraschallbad unter Wasser die lockeren Gesteinsbrocken aufgelöst und die kleinen Zähne konnten somit unversehrt geborgen werden. Die Befürchtung, dass sich durch das Ultraschallbad auch die fossilien Zähne zerlegen würden, bewahrheitete sich nicht.










Die gesamten Gefügestrukturen der fossilen Minizähne blieben erhalten, wie man auf den Bildern sehen kann. Alle hier gezeigten Zähne wurden mit dem Ultraschallbad aus den Gesteinsbrocken herausgelöst.


Wissenschaftler glaubten lange Zeit, dass Urfische in diesem Erdzeitalter noch keine Zähne entwickelt hatten.
Am Paul Scherrer Institut in Villingen/Schweiz wurde von einem international arbeitenden Team von Forschern aus der Schweiz, England und Deutschland um Prof. Martin Rückling an diesem Projekt gearbeitet.

Das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villingen besitzt ein Synchrotron in dem mit hochenergetischer Röntgenstrahlung gearbeitet werden kann. Die Untersuchungen an Kieferknochen eines Panzerfischs (Compagopiscis) ergaben dreidimensionale Bilder der Kieferstruktur. Die einzelnen Wachstumsstufen des Kieferknochens konnten bis ins Detail in 3 D nachvollzogen werden. Die gefundenen Strukturen weisen zweifelsfrei die Bildung von Zähnen im Kieferknochen nach.





Köcherfliege - Trichoptera in baltischem Bernstein


Diese eingeschlossene Köcherfliege fotografierte Gerhard Rausch in einem Harz-Klunker der zur Sorte des baltischen Bernsteins zu zählen ist. Der Stein dürfte über 35 Millionen Jahre alt sein.










Selbst feinste Details sind bei der Köcherfliege erkennbar.

Die Bilder wurden mit einem Großformat-Balgengerät gemacht, an dessen Ende eine digitale Spiegelreflexkamera montiert wurde.










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Letzte Änderung: Schmetterlinge und Falter (01.04.2018, 11:21:02)
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