Schwarze Kügelchen im Sand der Atacama




In der Umgebung der ESO Sternwarten in Chile wurden Sandproben genommen, die bei näherer Untersuchung faszinierende Einblicke in den Mikro- und Makrokosmos gaben.

Das Gelände der größten Sternwarten-Anlage der Welt liegt in 5000 m Höhe auf einem Plateau welches zur Atacama Wüste gehört. In diesem Gebiet herrschen tagsüber Temperaturen über 40° Celsius, während die Temperatur nachts auf minus 15°Celsius abkühlt. Die Luftfeuchtigkeit in diesem Gebiet liegt bei drei Prozent.

Die von dort mitgebrachten Sandproben enthielten schwarz glänzende Kügelchen, die faszinierend aussahen und zum Anlass wilder Spekulationen wurden.

Ein Meteoritenschauer-Feld wurde in Quillagua, 235 km nordwestlich der Station ausgemacht. In prähistorischer Zeit gab es auf dem Plateau vulkanische Aktivitäten. Alles Dinge, die zur Bildung dieser merkwürdigen Kugeln führten könnten und die eine sehr merkwürdige Oberflächenbeschaffenheit hatten.

Zudem stellten Forscher fest, dass der Sand in der Atacama zu 98% identisch mit dem Mars-Sand ist, der vom Marsroboter Curiosity im Februar 2014 analysiert wurde.










So sahen die gefundenen Kügelchen mit ihren Fischgräten ähnlichen Oberflächen aus. Der Mineraloge bezeichnet diese Oberflächen als Texturen. Die nachfolgenden Untersuchungen wurden an einem Elektronenmikroskop gemacht (SEM)













Alle an der Untersuchung Beteiligten waren der Meinung, dass die vorgefundenen Materialgefüge nur in der Schwerelosigkeit und im Vakuum des Weltraums entstehen können. Die Härte der Kügelchen war erstaunlich hoch.

Es wurden ausserdem in den Sandproben mikroskopisch kleine Kügelchen mit Einschlagkerben gefunden, die auf eine sehr hohe Kollisionsgeschwindigkeit mit anderen Partikeln schließen lassen.









Könnten diese 0,5 Millimeter großen Teilchen von einem Asteroiden oder Meteoriten stammen, dessen Partikel mit mehreren tausend Kilometern pro Sekunde miteinander kollidiert sind?
Partikel mit diesen kleinen Abmessungen, würden im freien Fall auf die Erde wie Nieselregen nieder gehen. Es könnten sich dabei niemals solche scharfen Einschlagmacken bilden.

Es gab aber auch Funde, die durchaus irdischer Vulkanaktivität entstammen könnten. Eine Untersuchung am geologischen Institut in Münster und in Berlin erfolgte. Die unten gezeigten Partikel, von denen es schon SEM Aufnahmen gab, wurden als unbehandelte Teilchen an beiden Instituten untersucht.










Raman Messungen , mit denen man die Bestandteile kleinster Teilchen messen kann, ergaben folgende Ergebnisse:

Überwiegender Anteil von Hämatit, Maghemit und Magnetit. Maghemit bildet sich aus reinem Eisen durch Oxidation bei sehr niedrigen Temperaturen.
Diese Erkenntnis ließe auf eine Entstehung im Weltall schliessen. Aber auch in der kalten Tiefsee wäre so eine Entwicklung möglich.

Beim DLR in Berlin wurden auch seinerzeit die Untersuchungen der japanischen Asteoriden Sonde Hayabusa gemacht, die 2010 eine Probe des Asteoriden Itokawa zur Erde gebracht hatte.

Das Ergebnis des Raman Protokolls über unsere Atacama Kügelchen aus Berlin lautete:

Zitat:

"Mit Hilfe der Raman Spektren konnte weder bestätigt, noch widerlegt werden dass bzw. ob es sich um Meteoriten-Materie handelt. Die wesentlichen Bestandteile der Kügelchen bestehen aus irdischem Material, welches aber auch in den Stardust Teilchen der amerikanischen Kometen Sonde gefunden wurde".

Wie dem auch sei, ob irdisch oder außerirdisch, es ist sehr spannend und zeigt, dass identische Materie überall im Universum  vorhanden ist.

Ich danke allen beteiligten Personen an den Instituten in Kassel und Münster. Mein besonderer Dank geht an das DLR Institut für Planetenforschung in Berlin, für das große Interesse und die Möglichkeit, die Untersuchungen durchführen zu lassen.



















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