Steine und Mineralien





Der ernsthafte Mineraliensammler bezeichnet seine gesammelten Mineralien und Kristalle als Stufen. Ferner gibt es Tafeln, Oktaeder und hexagonale Kristalle. Um die Allgemeinverständlichkeit zu bewahren, wurde hier im Webseitentext weitgehend auf diese Fachbezeichnungen verzichtet.


Das folgende Inhaltsverzeichnis soll zur besseren Orientierung dienen. Man kann mit einem Mausklick auf das jeweilige Mineral springen.



  
  1. Kupfer von Marsberg
  2. Azurit und Malachit      
  3. Ein Rubin aus Tanzania
  4. Dioptas aus Namibia  
  5. Mineralien Galerie Tsumeb  :neu:
  6. Azurit Abbruch-Splitter
  7. Ludlockit Mikro Mount
  8. Carmentit Mikromount
  9. Covellin Anglesit-Cerrusit
10. Stottit Mikro Mount
11. Türkis aus dem Senegal
12. Malachit aus Spanien mit Foto Infos über Herstellung und Bearbeitung  
13. Keyit und Cuproadamin              
14. Pyrit aus der Türkei                                      
15. Krokoit Splitter unter dem Mikroskop                                
16. Wulfenit  
17. Feinglosit  
18. Greenokit  :neu:



1. Kupfer von Marsberg



Dieses kleine Stück Kupfererz wurde bei einem Spaziergang im Wald bei Marsberg gefunden. In der Umgebung von riesigen Abraumhalden findet man heute noch Reste aus der Zeit der Kupfer Erzgewinnung. Dort wurde seit dem 8.Jahrhundert aktiv Bergbau betrieben.








Hier kann man die unterschiedlichen Schattenwürfe bei veränderter Beleuchtungsrichtung sehen Kupferlicht.gif

Mit Hilfe dieser schiefen Beleuchtung ist man in der Lage, stimmungsvolle Bilder zu erzeugen und feinste Details hervorzuheben, die dem flüchtig darüber gehenden Auge sonst verborgen bleiben.












Man fand die Überreste von 36 Öfen und Schmelzgruben sowie die dazugehörigen Keramik-Tiegel. An den gefundenen Scherben konnte man das exakte Alter bestimmen,  weil man auch die Scherben den Schmelzstellen zuordnen konnte.

Das Fundgebiet nennt sich „Villa Twesine“ und war schon im Frühmittelalter ein Kupfer Verhüttungs- und Siedlungsplatz östlich von Marsberg.


Der Besuch des Klilianstollens in Marsberg gibt dem Besucher einen tiefen Einblick in die Geschichte des Kupferbergbaus in Marsberg.

http://www.kilianstollen.de/


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2. Azurit und Malachit

              


Bei den folgenden Aufnahmen handelt es sich um sogenannte Mikro-Mounts, die auf einer Mineralienmesse für kleines Geld erstanden wurden. Die Bilder wurden mit einer normalen Kamera auf dem Makro-Standfuß gemacht, der unter der Rubrik " Aufnahmetechnik / Makrofräse "  vorgestellt wird.







  



Die Gif Animation zeigt die unterschiedlichsten Eindrücke beim Wechsel von Licht und Schatten. Mit dieser Bilderserie soll gezeigt werden, wie man durch gezieltes Licht setzen, die unterschiedlichsten Ansichten und Stimmungen erzeugen kann.



Azurit.gif






3. Ein Rubin aus Tanzania










Bei diesem Objekt wurde gezielt unterbelichtet, damit die Lichtreflexe nicht das Gesamtbild beeinträchtigen. Schon ein leichtes nachschärfen ändert das Erscheinungsbild erheblich, wie man auf dem letzten Bild sehen kann.

Dieser Gesteinsbrocken ist knapp zwei mal zwei Zentimeter groß.

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4. Ein Dioptas aus Guchab in Namibia




Aus der gleichen Bilderserie stammen die Versuchsaufnahmen mit einem sechs Millimeter großen Dioptas. Das erste Bild wurde mit einer SONY DSC-HV 400 aus einem Zentimeter Abstand fotografiert. Dabei kam ein Polfilter zum Einsatz.










Das zweite Bild ist eine Ausschnittsvergrößerung von Bild eins. Beim dritten und vierten Bild kam das Mikroskop zum Einsastz. Bild 3 zeigt einen Teil des Dioptas in 25 facher, und Bild 4 in 100 facher Vergrößerung. Um die unzähligen Lichtreflexe abzumildern wurde mit einer weißen Plastik Kappe als Diffusor, sowie einem Polfilter gearbeitet.

Der Diffusor filtert allerdings aus dem Weißlicht-Spektrum wesentliche Anteile heraus. Dadurch werden die glänzenden Flächen der einzelnen Kristalle gelblich. Das ist nicht gewollt, lässt sich aber nicht ändern. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm kann man den Weißabgleich zwar hintricksen, aber das verfälscht die natürlichen Farben des Dioptas, weil ja wichtige Anteile des Weißlicht-Spektrums vom Diffusor herausgelöscht wurden. Diese fehlenden Weißlicht Anteile kann man nachträglich nicht mehr hinzufügen.










Bei dieser Bildserie kann man die Problematik deutlich erkennen. Obwohl die Bilder gelungen sind, zeigt kein Bild die echten Farben des Dioptas.

Hinzu kommt, dass der Dioptas jedes Licht in einer anderen Farbe zurück spiegelt. Er schillert im Sonnenlicht in einer anderen Farbe als unter einer Leselampe. Deshalb ist das Fotografieren von Kristallen und Mineralien immer eine ganz besondere Herausforderung für den Fotografen.


Hier sehen wir ein Beispiel über die Problematik bei hohen Vergrößerungen in der Mineralien Fotografie. Der Ausschnitt wurde mit 160 facher Vergrößerung fotografiert. Es wurde ohne Diffusor und nur mit Streulicht gearbeitet, um die echten Farben zu erhalten. Dabei muss alles unterbelichtet werden, um die Reflexe an den Kristallen zu unterdrücken. Dadurch entstehen Belichtungszeiten von über einer Sekunde.

Wenn nun 69 Einzelbilder zusammengerechnet werden um ein Gesamtbild zu bekommen, kann das so erhaltene Bild nicht mehr so knackscharf werden, wie wir es gerne hätten.





   






In der folgenden Bildserie sehen wir einen länglichen Dioptas. Bei den Aufnahmen eins bis drei wurde vor das Kamera Objektiv eine Vorsatzlinse montiert, die etwa 340 Millimeter Brennweite hat. Die dadurch erzielte Nachvergrößerung ist nicht besonders hoch, aber der Abstand zum Objekt vergrößert sich erheblich. Das ermöglicht eine einwandfreie Lichtsteuerung mit mehreren Leselampen. Auch hier kamen die bewährten Jansjö Lampen vom schwedischen Möbelkaufhaus zum Einsatz.










Die letzte Aufnahme wurde unter dem Auflicht Mikroskop mit einem 1,25 er Zeiss Plan-Objektiv gemacht und besteht aus 15 Einzelbildern, die anschließend zusammengerechnet wurden.

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5. Es folgen ein paar Aufnahmen von Mineralien, die zur Dokumentation für befreundete Mineraliensammler gemacht wurden. Diese Bilder werden von Zeit zu Zeit ausgetauscht und erneuert. Es lohnt sich ab und zu mal einen Blick hier rein zu werfen.

            















  













:neu:






































Es folgen zwei Gif-Animation von einem Rauchquarz und einem Epidot. Dabei soll die Wirkung des unterschiedlichen Lichteinfalls gezeigt werden. Mit dieser Art der Lichtgestaltung können bei Mineralien die verschiedensten Details zur Geltung gebracht werden.

Rauchquarz_Licht.gif

Epidot.gif         :neu:



Aus einer der größten aber schon fast komplett ausgebeuteten Mineralien-Minen Afrikas stammt der folgende Mikromount. Es handelt sich um einen Stein, in dem sich eine Azurit Ader erkennen lässt, in deren Umfeld sich das grüne Malachit gebildet hat. Malachit ist eigentlich reines Kupfererz, das sich bei der Oxidation grün färbt.

Die oben genannte Mine liegt in Namibia und ist unter dem Namen TSUMEB bei den Mineralien Freunden ein Begriff. Die Mineralienvielfalt war in dieser Mine so groß wie in kaum einer anderen Mineralien Fundstelle auf der Welt.










Die Positionen der Ausschnittsvergrößerungen sind auf dem vierten Bild markiert. Die Detail-Bilder wurden aus unterschiedlichen Positionen gemacht, damit die Beleuchtung besser zur Geltung kommt.










Wer mehr über den Mineralienbergbau in Namibia und die Geschichte von Tsumeb wissen möchte, kann bei Wikipedia unter folgendem Link fündig werden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Tsumeb

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6. Ein Azurit Splitter unter dem Mikroskop



Der kleine Stein wurde, wie das allgemein üblich ist, mit einer kleinen Kugel Knete auf der schwarzen Unterlage fixiert um die Bilder zu machen. Danach sollte der kleine Stein wieder in seiner Mineralienbox fixiert werden. Bei der Entnahme von der Foto-Unterlage passierte dann das Missgeschick. In der Knete blieb ein kleiner Azurit-Splitter zurück, der bei genauer Betrachtung unter dem Mikroskop ein interessantes Profil zum Vorschein brachte.

Zur besseren Orientierung sehen wir hier ein paar Übersichtsaufnahmen auf denen längliche Lichtreflexe zu erkennen sind, die eigentlich nicht dahin gehörten. Diese "Lichtreflex Balken" sind mit den roten Pfeilen gekennzeichnet.










Unter einem Polfilter, leicht gedreht, zeigte der Azurit dann sein komplettes Profil. Die alles überstrahlende blaue Farbe wurde durch den Polfilter eliminiert. Dadurch kam die volle Pracht des Azurit Profils zum Vorschein. Jedes kleine Detail an der Azurit Oberfläche war zu sehen. Mit der normalen Beleuchtung ist das nicht möglich, weil alle Oberflächendetails des Azurit in der intensiven blauen Farbe regelrecht ertrinken.










Auf dem vierten Bild sieht man nur den Frontbereich des Azurit-Profils. Hier kann man schön die Wachstumsrichtung des Minerals erkennen. Auch die Unterbrechung des Wachstums sowie versetzte Kanten und Bruchstellen sind in dem millionen Jahre alten Azurit zu erkennen.
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7. Ludlockit


Der folgende Mikromount waren ebenfalls eine besondere Herausforderung. Alle Detailaufnahmen sind mit einhundertfacher und einhundertsechzigfacher Vergrößerung gemacht worden. Es handelt sich dabei um Ludlockit-Nadeln eines Mini-Steines, der auch aus der Mine von Tsumeb/Namibia stammt.









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8. Carmenit aus Tsumeb / Namibia













Die runde, nadelförmige Ausblühung hat einen Durchmesser von 0,6 Millimeter an der breitesten Stelle.

Die Kristallnadel links daneben hat eine Länge von 0,52 Millimeter und einen Qureschnitt von 0,5 x 0,5 Millimeter. Sie ist gerade mal so dick wie ein Haar und sieht aus wie ein grober Vierkant-Balken.

An Fuß des "Balkens" wachsen neue "Kristall Balken" heraus. Im ersten Moment entsteht der Eindruck, dass sich hier "Kristall Balken" abspalten. Wenn man sich aber das zweite Bild der Galerie einmal genauer anschaut kann man sehen, dass es sich doch um neu herauswachsende Kristalle handelt.

Auf der rechten Seite des Kristalls sitzt eine kleine Stufe auf, deren Kante einen Schatten auf die nach links ragende, längere Seite des Kristalls wirft. Im letzten Bild wird die Enstehung des Schattens erläutert.

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9. Eine Covellit-Anglesit-Cerrusit Stufe mit Schneiderhöhnit auf der Oberseite



Eine besondere Herausforderung waren die Detailaufnahmen einer Covellin-Anglesit-Cerrusit Stufe. Der schöne runde Stein, ca. fünf Zentimeter im Durchmesser, brachte in seiner "Krone" ein paar interessante Kristalle zum Vorschein, die fast komplett im Umgebungsmaterial eingebettet waren. Es handelt sich hier u.a. um Schneiderhöhnit Kristalle. Nur mit allen Tricks der Beleuchtung, einer gehörigen Portion Nerven und unter mehrmaligem Drehen des Steines, gelangen diese Bilder.

Dabei musste der Stein unter dem Mikroskop immer wieder neu positioniert werden. Dann wurde zum wiederholten Mal die Beleuchtung neu gesetzt. Insgesamt fünf Mal, bis das erste Detailbild einigermaßen gut wurde. Jeder Versuch bestand aus einhundertfünfzig Einzelbildern, die im Stackingverfahren (siehe Aufnahmetechnik) zusammengerechnet wurden.









Bild Nr. 4 zeigt eine Übersicht über die Bildausschnitte der folgenden Detailaufnahmen.









 



Das zweite Bild wurde mit einem Diffusor stark abgeblendet, damit keinerlei Reflexe mehr entstehen können. Mit einer Hochleistungs LED wurde der Kristall, durch den Diffusor hindurch, ganz flach angestrahlt. Er verliert dadurch zwar seine natürliche Farbe aber man bekommt die ganze Pracht seiner Oberflächenstruktur zu sehen.

Durch die Veränderung der Beleuchtungsrichtung oder durch Drehen des Steins kann man die letzten Details aus der Kristall Oberfläche heraus holen.

Bei den beiden letzten Bildern wurde der Kristall mit einem Bild-Bearbeitungsprogramm freigestellt, damit er voll zur Geltung kommt. Das ist bei der "fachgerechten" Mineralienfotografie zwar verpönt, fördert die Ästhetik des Bildes aber ungemein.

Das Fotografieren kleinster Mineralien unter dem Mikroskop hat einen ganz besonderen Reiz. Es verlangt allerdings eine ganze Menge Einfallsreichtum und technisches Hintergrundwissen vom Fotografen. Dabei steht die saubere Lichtführung stets an erster Stelle. Gleich danach dürfte die Nervenstärke und das Durchhaltevermögen des Fotografen stehen. Fehlschläge durch unsaubere Abbildungen und störende Reflexe sind an der Tagesordnung.

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10. Stottit-Kristalle unter dem Mikroskop - das härteste Brot in der Mineralien-Fotografie



Hier noch ein paar Beispiele aus einer der ersten, einigermaßen gelungenen Bilderserie. Es handelt sich bei diesen Bildern um einen kleinen Stottit-Mikromount. Die Kristalle haben eine Kantenläng von 0,05 Millimetern, sind also gerade mal so groß wie ein menschliches Haar.

Der Stein auf dem sich diese kleinen Mineralien befinden ist knapp sechs Millimeter breit und hat diese braun, gelbliche Färbung. Man hat den Eindruck, als ob die Farbabstimmung bei den Bildern nicht stimmt. Er sieht aber tatsächlich so aus.












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11. Ein Türkis aus dem Senegal



Im Verhältnis zu den bisher gezeigten - eher dunklen Steinen, ist dieser Türkis aus dem Senegal der reinste Paradiesvogel. Er ist 15 Millimeter lang und, so wie er hier gezeigt wird, cirka 7 Millimeter breit.










In der Mitte des Steins befindet sich eine kleine Kristall-Höhle, die schon den Charakter einer kleinen Druse aufweist. Von den Seitenwänden wachsen kleine Kristalle nach innen. Dabei dürfte es sich um Quarzit handeln. Bild 4 zeigt den Höhleneingang in 25 facher Vergrößeung.

Bei der nächsten Serie sieht man die Rückseite des Mikromounts. In dieser Ansicht ist der Stein 10 Millimeter breit. Am oberen Ende ist ein Detail markiert, das im folgenden Bild zu sehen ist. Hier wachsen Kristallfäden in den unterschiedlichsten Richtungen.










Bild drei zeigt eine Übersicht des Steins mit der Kennzeichnung eines interessanten Details, das auf dem letzten Bild gezeigt wird. Hier sieht man, wie eine Kristallbrücke über die braunen Einschlüsse gewachsen ist. Dieses Bild wurde ebenfalls mit 25 facher Vergrößerung fotografiert.

Alle Detailbilder wurden aus jeweils einhundert Einzelbildern nach dem Stacking-Verfahren zusammengerechnet. Das Stackingverfahren ist in der Rubrik " Aufnahmetechnik " ausführlich beschrieben.

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12. Ein Malachit aus Spanien



Fächerartig angeordnete Kristallnadeln zeichnen diesen Malachit aus, der aus einer Mine in Spanien stammt. Der Fundort ist ein Mineralien Abbau Gebiet, nördlich der Stadt Soto del Barco im Bezirk Asturien.

Auf den folgenden Bildern kann man erkennen, dass auch die Kristalle des Kupfererz in den unterschiedlichsten Formen wachsen können, die manchmal erheblich voneinander abweichen.
















Dem aufmerksamen Betrachter wird auffallen, das die Malachit-Nadeln von der Farbe her gesehen, mal etwas bläulicher und dann wieder mehr ins grünliche tendieren. Je nach Lichteinfall und Größe des Bildausschnitts reflektieren die Kristalle ein anderes Farbspektrum. Man könnte nun mit einem Bild-Bearbeitungsprogramm die Farben korrigieren und anpassen, das wäre aber genau so als wenn man einem Münzsammler seine römischen Münzen auf Hochglanz polieren würde, was vermutlich einen pyroklastischen Wutanfall zur Folge hätte.  :)










Es folgen zwei Aufnahmen, die in 256 facher Vergrößerung die Spitzen der herauswachsenden Malachit Kristall-Nadeln zeigen.Die Breite eines Bildes liegt in dieser Vergrößerung bei weniger als vier zehntel Millimetern.





   



Jede Aufnahme besteht aus 335 Einzelbildern, die in einem Abstand von drei Tausendstel Millimetern fotografiert wurden. Anschließend wurden die 335 Bilder mit einem Stackingprogramm zusammengerechnet. Die Schrittweite von Bild zu Bild wurde mit einer Tausendstel-Millimeter Messuhr genau kontrolliert. Dabei werden einem die mechanischen Mängel des Antriebs und der Führungen des Mikroskop-Tisches deutlich vor Augen geführt.


Info für Mikro-Fotografen, die sich mit dieser Art Mineralienfotografie beschäftigen möchten:

Als Stackingprogramm wurde Helicon Focus verwendet. Bild 1 ist mit Methode C gerechnet und Bild 2 mit Methode B. Das verwendete Mikroskop-Objektiv ist ein Epiplan 16 / 0,35 Pol . Verwendet wurde außerdem eine Tubuslinse mit Vergrößerungsfaktor 1,6.

Bei Vergrößerungen ab 100 fach sollte man beim fotografieren von Kristallen beide Stacking-Methoden ausprobieren. Je nach Beschaffenheit und Beleuchtung der Kristalle ist mal die Methode C, ein ander Mal die Methode B die bessere Wahl.Ein Wandern der Lichtreflexe sollte unbeding vermieden werden, selbst wenn es sich um Verfahrwege von wenigen zehntel Millimetern handelt. Bei den beiden gezeigten Bildern gingen insgesamt fünf mal über 350 Bilder in die Tonne, bis diese beiden einigermaßen ansehnlichen Bilder herauskamen.


Tipp: Wenn man die 100 fache Vergrößerung nicht perfekt im Griff hat, braucht man an eine höhere Vergrößerung garnicht auszuprobieren. Die Belastung von Kamera und Nerven ist immens.  :)  :)



Bei der weitern Durchsicht des kleinen Malachit Brockens wurde rechts neben dem "Malachit-Fächer" eine kleine Höhle gefunden, die bei sich bei näherer Betrachtung als kleine Schatzhöhle entpuppte.





   


Wenn man den Stein ein wenig dreht, erkennt man ein kleines, 1,7 Millimeter breites Loch, in dem es grün und golden glitzert.










Mit einer Hochleistungs LED wurde aus ca. 30 cm Entfernung auf einen konkaven Zahnarzt-Spiegel geleuchtet, dessen gebündeltes Licht in das kleine Loch geworfen wurde. Der Spiegel wurde mit einem Meßuhrständer fixiert, damit der Lichtkegel immer an der selben Position blieb.

Es wurden hunderte Einzelbilder zu jeweils einem Bild zusammengerechnet. Die kleine Höhle ist über 3,5 Millimeter tief. Durch unterschiedliche Blickwinkel und Beleuchtungsrichtungen ist es bei Bild 2 sogar gelungen, das goldglänzende Pyrit einigermaßen gut abzulichten. Das ist bei einhundertfacher Vergrößerung nicht immer ganz einfach.

Die grünen Malachit Kügelchen haben einen Durchmesser von gerade mal 0,2 Millimetern.

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13. Ein ganz besonderer Stein - Keyit und Cuproadamin

    



Betrachtet man diesen kleinen Stein mit einer Briefmarkenlupe vor einem schwarzen Hintergrund, sieht er aus wie ein Asteroid, der im Weltraum schwebt. Dieser unscheinbare Stein offenbart unter dem Mikroskop eine abwechslungsreiche Miniatur-Landschaft die es in sich hat.










Man muss allerdings mit einer 100 fachen Vergrößerung beginnen, wenn man die volle Pracht der Keyit Kristalle erleben möchte. Richtig gut erschließt sich die ganze "Landschaft" aber erst bei 160 facher Vergrößerung und hier auch nur fotografisch. Die Tiefenschärfe eines Mikroskop-Objektivs, welches 160 fache Vergrößerung liefert ist so gering, dass man im Stacking Verfahren mehr als 100 Bilder zusammenrechnen muss um solche Aufnahmen zum bekommen. Der Aufwand und der Ausschuss an missglückten Bildern ist auch hier sehr hoch.










Die beiden Mineralien sind sehr selten. Wären sie nur wenige Zentimeter groß, so wären sie unbezahlbar. Tatsächlich hat dieser unscheinbare kleine Stein aber nur ein paar Euro auf einer Mineralienbörse gekostet.

Es lohnt sich also bei Mikromounts etwas genauer hin zu schauen, denn oft erkennt man erst unter einem guten Mikroskop, welche Schätze man erbeutet hat.  :)

Für Insider: Die Bilder mit den hohen Vergrößerungen wurden mit einem Zeiss Epiplan 16/0,35 Pol gemacht. Es wurden über 100 Aufnahmen mit Helicon Focus, Methode C verrechnet.

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14. Pyrit aus Mufuz / Türkei




Eine wunderschöne Pyrit Stufe aus einer Mine in der Türkei zeigen die folgenden Bilder. Die Pyramiden leuchten, je nach Lichteinfall in allen Farben.










Hier zwei Animationen. Einmal im einfallenden Licht gedreht und einmal stillstehend mit wechselndem Lichteinfall.



Pyrit-Mehrfach_Ansicht.gif


Pyrit5_Licht_und_Schatten.gif

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15. Ein von einer Krokoit Stufe abgebrochener Splitter

sah unter dem Mikroskop so faszinierend aus, dass er es wert war, hier gezeigt zu werden.  :neu:







                              



Die Bilder wurden unter einem Mikroskop mit zwölfeinhalb und fünfundzwanzig-facher Vergrößerung gemacht. Auf dem letzten Bild ist sehr schön die Bruchkante zu erkennen. Unter dem extrem flach einfallenden Licht hat sich die Farbe des Kristalls ein wenig verändert. Es wurde bewusst auf eine farbliche Nachbesserung durch Bildbearbeitung verzichtet um zu zeigen, dass sich Mineralien bei jedem Lichteinfall in einer anderen Farbe präsentieren.

Aus diesem Grund ist die exakte Bestimmung von Mineralien anhand von Fotos, auch ausgesprochen problematisch.

In der folgenden Bildgalerie ist die Bruchkante des Kristalls in 40-facher Vergrößerung zu sehen. Bei diesen Bildern kam ein Zeiss Epiplan Objektiv zum Einsatz, welches für diese Art der Fotografie besonders gut geeignet ist, da die Linsen des Objektivs spannungsfrei eingefasst sind.










Das Objektiv trägt die Bezeichnung Zeiss EPIPLAN 4/0,1 Pol und wird speziell bei Aufnahmen im polarisierten Licht bei der Mineralienbestimmung eingesetzt. Es eignet sich auch für knackscharfe Aufnahmen im Auflichtbereich, wie man hier sehen kann.




     



Und hier hat man das genaue Gegenteil. Die Bilder des Oberteils und des Unterteils wurden mit einem einfachen Stich Programm zusammengerechnet. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Verzerrung des Kristalls auf der rechten Seite. Hübsch anzusehen aber für den Kenner eine absolute Unmöglichkeit.

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16. Wulfenit - wie Kacheln aus dem Stein

          



An dieser sechs Zentimeter breiten Mineralien Stufe kann man erkennen, wie geometrisch exakt Kristalle wachsen können. Das Wulfenit wächst wie Kacheln aus dem Grundgestein. Der mineraloge nennt diese "Kacheln" Tafeln. An der Oberfläche dieser Tafeln bilden weitere Wulfenite die unterschiedlichsten Formen aus. Pyramiden wechseln sich mit stäbchen und hexagonalen Formen ab.










In der folgenden Bildserie sehen wir eine Wulfenit Tafel aus den unterschiedlichsten Beleuchtungswinkeln. Verändert man die Lichtführung nur um den Bruchteil eines Millimeters, ergeben sich komplett andere Oberflächentexturen.










Es handelt sich hier um das gleiche Mineral, das je nach Lichteifall in einer anderen Form erscheint. Die Breite der Wulfenit "Kachel" beträgt acht Millimeter.



Die nächsten Bilder zeigen noch einmal eine Übersicht zur besseren Orientierung. In der Mitte des Wulfenit Konglomerats ist eine einzelne nur 3,5 Millimeter große Tafel gewachsen.











In 25 facher Vergrößerung von schräg hinten beleuchtet sieht man wunderschön den rötlichen Farbverlauf. Der Mineraloge nennt das eine Zonierung. Das Täfelchen ragt wie eine Pyramide aus dem Fels und ist mit den unterschiedlichsten Mineralien besetzt. Die hellen Stellen sehen aus wie Einschläge und sind vermutlich auf Beschädigungen beim Transport zurückzuführen.

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17. Feinglosit ein sehr seltenes Mineral




Von einem sehr seriösen Mineraliensammler der eines der führenden Bücher über Mineralogie geschrieben hat, stammt dieser kleine Mikromount aus Gips.

An seiner Oberfläche sollte sich das sehr selten vorkommende Feinglosit befinden. Die Frage war, wie sieht Feiglosit aus, wenn es so selten ist und es kaum Jemand richtig gesehen hat? Im Internet gibt es davon nur unscharfe Bilder.
Als Fotograf hatte ich die Info: „ Da sind so kleine Pünktchen drauf, das müsste das Feinglosit sein“. Also, ran an den Speck.

Das Mikroskop und sein Fotograf liefen zur Hochform auf.
Leider zeigten die Bilder nur Blütenpollen, Polyamidfasern und Gipsstaub, der wie Sand die gesamte Mineralienstufe bedeckte und unten am Sockel klebte.










Die Erklärung war einfach. Die kleine Gipsstufe war so selten, dass sich niemand wagte, sie in irgendeiner Form zu reinigen. Kein Mensch wusste, ob bei einer Reinigung mit Ultraschall und destilliertem Wasser, das Feinglosit überleben würde. Auch die Anwendung von schräg einfallendem polarisierten Licht bei der Beobachtung führte zu keinen neuen Erkenntnissen.
Es gab nur schöne Bilder, aber ohne jegliche Aussagekraft.
Die gesuchten „roten Pünktchen“ waren Blütenpollen, die an einem statisch aufgeladenen Pinselhaar anhafteten sobald man mit dem Pinselhaar nur in ihre Nähe kam.










Nach intensiver Beobachtung mit dem Mikroskop und endlosen Recherchen in Mineralien- Fachliteratur stellte sich dann heraus, dass das unscheinbare gelbliche "Gefitzele" an dem Gips, das Feinglosit ist.

Bei 64 bis 100 facher Vergrößerung ergaben sich die besten Bildausschnitte.


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18. Greenokit aus Tsumeb / Namibia



Hier handelt es sich um einen Mikromount mit einer Breite von 18 Millimetern. Die schmale Seite der Stufe beträgt 12 Millimeter.










Die gelblichen Flecken an der Oberfläche des Steins sind das Greenokit während es sich bei den helleren Flecken um das Chalkosin handeln dürfte. In der Umgebung dieser Flecken kann man sehr schön die anderen Mineralien sehen, die sich in der Nachbarschaft des Greenokit gebildet haben.

Der Mineraloge nennt diesen Vorgang  PARAGENESE

In der folgenden Galerie sehen wir Ausschnittsvergrößerungen der interessantesten Greenokit Formationen.










Die Aufnahmen wurden unter dem Mikroskop mit 25 und 100 facher Vergrößerung fotografiert und anschließend im Stacking Verfahren aus jeweils 24 bis 30 Einzelbildern zusammengerechnet.

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