Schmetterlinge und Falter





Man zählt Falter und Schmetterlinge als eine Gruppe unter den vielen Insekten-Gruppen. Es gibt riesige Vorkommen dieser Schmetterlinge, die auf der ganzen Erde verbreitet sind. Über 180.000 Arten sind bekannt und es kommen jährlich über 700 Neue dazu. Es ist fast unmöglich den Überblick über diese Insekten-Arten zu bekommen.

Alleine in Deutschland leben 3700 Arten dieser Flattertierchen. Fifaltra ( flattern )  ist ein Begriff aus dem althochdeutschen, der dann letztendlich zu dem Namen Falter führte.
Die wissenschaftliche Bezeichnung nennt sich Lepidoptera und bedeutet im griechischen Schuppen-Flügler.

Die Schmetterlinge rollen ihren Saugrüssel vor dem Kopf zusammen, wenn er nicht zum Nektar saugen benötigt wird. Sie besitzen außerdem keine Haare wie andere Insekten. Ihre Behaarung wird ersetzt durch ein schuppiges Federkleid, was man bei den folgenden Aufnahmen wunderschön erkennen kann.





Das Tagpfauenauge - Nymphalis io


Das Tagpfauenauge gehört zur Gattung der Edelfalter und wurde 2009 zum Schmetterling des Jahres gekürt. Hier haben wir es mit einem Exemplar der zweiten Generation zu tun, die noch bis Ende Oktober fliegt. Der Schmetterling wurde verendet, zwischen den fast verwelkten Blüten einer Aster gefunden.










Zu den interessantesten Bestandteilen des Schmetterlings gehören zweifellos seine gefärbten Schuppen, die manchmal in allen Regenbogenfarben schillern und bei einigen Schmetterlingen ein ausgesprochen schwer zu fotografierendes Objekt sind.










Die Farben der Schuppen werden auf zwei unterschiedliche Arten erzeugt. Man unterscheidet dabei Pigmentfarben und Strukturfarben. Die Pigmentfarben werden in separaten Farbbeuteln im Inneren der Schuppen untergebracht. Diese Farbbeutelchen hängen wie kleine Säckchen quer in den Rippen der Schuppe und sind nur mit über 10 000 facher Vergrößerung in einem Schnitt erkennbar. Die Pigmentfarben bestehen im Wesentlichen aus Melanin und bleichen innerhalb weniger Wochen aus. Das Ausbleichen richtet sich nach der Intensität und Beschaffenheit des Lichts, das auf die Schuppen fällt. Hohe UV Anteile im Licht spielen dabei auch eine Rolle.










Die Strukturfarben entstehen an der Oberfläche der Schuppen. Sie brechen das Licht und spiegeln es in allen Farben des
Spektrums wieder zurück. Strukturfarben bleichen nicht aus, verblassen aber wenn die Fähigkeit der Lichtbrechung durch den Alterungsprozesse nachlässt.

Heutzutage ist es daher nicht mehr vertretbar Schmetterlinge aufgespießt in den Schaukästen der Museen zu zeigen, da alle paar Monate die ausgebleichten Schmetterlinge durch neue Exemplare ersetzt werden müssen.










Bei der Präparation zeigte sich, dass die Flügelhaut mit der oberen Schuppenschicht abgerissen wurde und die Schuppen der Flügelunterseite auf der Unterlage festklebten. Dadurch entstand zuerst der Eindruck, dass es eine zweite Flügelhaut geben müsste. Es handelte sich aber um die Schuppen der Flügelunterseite, die etwas filigraner im Aufbau sind als die Schuppen der farbigen Oberseite.










Hier sehen wir einzelne Schuppen, die im schräg einfallenden Licht in allen Farben schillern. Diese Schuppen stammen von der Unterseite der Flügelhaut.










Hier noch einmal die Schuppen der Flügelunterseite im Gegenlicht und im schräg einfallenden Streiflicht, bei 160 facher Vergrößerung. Zum Größenvergleich sieht man auf dem Bild Nr.4 eine Blütenpolle, die nur vier hundertstel Millimeter im Durchmesser hat.





Den hier gezeigten Falter mit dem unaussprechlichen Namen bezeichnet man im Volksmund als Federmotte.



Platyptilia gonodactyla        :neu:










Dieses  Federgeistchen ist ein Nacht und dämmerungsaktiver Falter mit einer Flügel-Länge von 12 bis 15 mm und sehr schmalen Flügeln, die wie die Federn eines Vogels aufgebaut sind.
Sie haben keine Flügelrippen sondern nur einen kräftigen Holm an der Flügel-Vorderkante.

Diese Falterart zählt man aber zu der Familie der Schmetterlinge und ist weltweit verbreitet. Sie liebt warme Feuchtbiotope und die Ufer von Fließgewässern. Es gibt über 1100 registrierte Arten in ca. 90 Gattungen.





Es folgt eines der schönsten und filigransten Arten die man bei uns findet.


Pterophorus pentadactylus     :neu:










Dieses Federgeistchen gehört zu einer Falterart, die fast in ganz Europa an Wald- und Wegerändern und in der Nähe von feuchten Stellen vorkommt.
Sie legen ihre Eier an den Unterseiten von Kleeblättern, Rosen, Weiden und Ackerwinden ab. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich zu 12 mm großen, hellgrünen Raupen entwickeln. Nach der Verpuppung schlüpfen im Sommer die neuen Federgeistchen und legen wieder Eier in Baumrinden und andere geschützte Stellen damit sie so den Winter überdauern können.

Die Flugzeit der Federgeistchen ist von Mai bis Ende September. Weltweit gibt es ca. 130 Arten in 9 Gattungen. Die Federgeistchen sind eine Unterfamilie der Schmetterlinge. Federgeistchen nennen sich auch die Angehörigen der Gattung Pterophorus, die aber wiederum zur Familie der Federmotten gehören.

Bei diesem ganzen Kuddeelmuddel hat man den Eindruck, dass die Insektenforscher und Systematiker manchmal selber nicht mehr genau wissen, was zu wem gehört.










Seine Chitinhaut besteht aus einer hauchdünnen Hülle, die nur ein paar hundertstel Millimeter dick ist. An der Oberfläche dieser Haut sind tausende kleiner Schuppen, wie bei einem Schmetterling, in Schichten angeordnet. Die Körperschuppen sind etwas breiter und gedrungener als die Schuppen an den Flügeln, die eine längere Form mit vier Zacken am Ende haben. Die Körperschuppen haben am Ende nur zwei oder drei Zacken.










Das hier gezeigte Federgeistchen wurde 1978 am Elbufer in Hamburg gefangen und in einem Institut präpariert. Die Präparation erfolgte durch nadeln des Tierchens. Dadurch wurde das filigrane Insekt stark beschädigt und sieht demnach entsprechend verunglückt aus. In der heutigen Zeit der digitalen Fotografie spießt man keine Schmetterlinge oder Insekten mehr auf, um sie auf Schautafeln zu präsentieren.


Mein Dank geht an Julia Stoess, die mir das Präparat zur Verfügung gestellt hat.
















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