Plastik verseucht die Welt




Wenn man sich mit der Mikroskopie beschäftigt wird man mit eigenen Augen auf ein Phänomen gestoßen, das man zuerst nicht glauben und wahrhaben will. Auf Objektträgern mit Tümpel Proben oder an Pflanzenteilchen und Insekten findet man plötzlich Kunststoffhaare und Fasern. Zuerst glaubt man, dass diese Fasern vom eigenen Pullover oder aus den eigenen Haaren stammen. Wenn man dann anfängt penibel sauber zu arbeiten, wird man feststellen, dass sie immer noch auftreten.










Egal wo man auf unserer Welt irgendwelche Proben aus der Umwelt nimmt, begegnet man den Resten unserer Plastikgesellschaft. Im Meer, in der Luft und im Boden, in Seen und Flüssen. Überall findet man mikroskopisch feine Partikel. Es gibt auf der gesamten Erde praktisch keinen Ort mehr, an dem man keine dieser Partikel aus Plastik antrifft. Selbst in Bienenstöcken und Wespennestern sind sie vorhanden. Sie werden mit den klebrigen Pollen von den Blüten der Pflanzen eingeschleppt.








Dieses 4 Millimeter lange Plastikteil befand sich in einer Kräutermischung der "Kräuter der Provence". Die Packung mit den Kräutern wurde erst am Mikroskop geöffnet, um eine Fremdkontamination auszuschließen. Bild 3 und 4 sind unter UV Beleuchtung fotografiert.



In der Luft, im Boden und im Wasser findet man überall die Spuren der Millionen Tonnen Plastik, die wir tag-täglich recyceln. Nur alleine in Europa werden jährlich sechzig Millionen Tonnen Plastik produziert. Das sind fünfundzwanzig Prozent der Weltproduktion. Hinzu kommt noch der wirtschaftliche Boom in China.

Plastik ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Die Kunststoffindustrie macht jährlich einen Umsatz von 800 Milliarden Dollar. Millionen Arbeitsplätze werden durch die Herstellung und Weiterverarbeitung von Kunststoff geschaffen und gesichert.
Es werden mit diesen Materialien Dinge hergestellt, die aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind.

Aber Kunststoff zerfällt im Laufe der Zeit und die darin gebundenen Stoffe werden als mikrofeiner Staub in die Umwelt freigesetzt. Die Substanzen aus denen Kunststoff besteht kann man heute überall auf der Welt finden. Ob am Nordpol, in den arktischen Gebieten, auf dem Land und im Wasser findet man sie in großen Mengen.










In jeder Wasserprobe, die man unter ein Mikroskop legt, findet man diese und ähnliche Plastikteilchen


Sie schweben als Partikel wie Plankton im Meer. 1999 fand man ein Verhältnis von 6:1 vor. Also sechs Partikel Kunststoff auf ein Plankton Tierchen. 2005 war das Verhältnis schon 60:1.

In bestimmten Gegenden der Weltmeere schwimmen also sechzigmal mehr Kunststoffpartikel als Kleinlebewesen.

Bei allen im Wasser lebenden Tieren sind diese Partikel Bestandteil der Nahrungskette. Sie werden in großen Mengen aufgenommen und gelangen somit auch in die Nahrungskette der Menschen.
Ein PVC Teil benötigt 200 Jahre bis es restlos zerfallen ist. Die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen aus diesen Kunststoffen werden durch Abrieb und UV Strahlung der Sonne freigesetzt und gelangen somit in die Umwelt und die Nahrungskette von Mensch und Tier.










Wenn man an einem Plastikteil riecht und es duftet, nimmt man bereits Duftmoleküle auf, von denen kein Mensch weiß, welche Langzeitwirkungen sie in unserem Körper, auf lange Sicht auslösen. Vinylchlorid, ein Stoff der bei der Plastikherstellung benötigt wird, erzeugt eine Krankheit, die man das Raynoud Syndrom nennt. Diese Krankheit lässt Finger und Hände taub und blass werden und erzeugt im fortgeschrittenen Stadium Krebs. In den 80er Jahren erkrankten 170 Arbeiter einer Kunststoff erzeugenden Firma in Italien an dieser Krankheit und sind letztendlich alle an Krebs gestorben.

In Plastikfolien aus denen z.B. Spielbälle gemacht werden, befinden sich sechs Weichmacher Typen. Unter anderem DINP, DBP, DDP und DINOP. Kein Chef und kein Mitarbeiter einer Kunststoff verarbeitenden Fabrik weiß, welche Zusammensetzungen das Plastik hat, das gerade verarbeitet wird und welche Dämpfe dabei freigesetzt werden. Diese Dämpfe werden von allen Produktionsmitarbeitern eigeatmet. Auch dann wenn es entsprechende Absaugvorrichtungen gibt. Das Plastik Granulat wird für seinen Anwendungszweck bestellt und der Granulat Lieferant garantiert die bestellten und geforderten Eigenschaften des Granulats. Über die Inhaltsstoffe und die chemische Zusammensetzung des Granulats erfährt der Platikdosenhersteller nichts.










Die Ablüftzeiten in der Plastikproduktion sind zu lang als dass sie wirtschaftlich eingehalten werden können. Das gilt weltweit in allen Produktionsbetrieben wo Plastik-Pellets und Folien hergestellt werden. Die Pellethersteller werden den Kunststoff-Spritzereien niemals die Zusammensetzung der Kunststoffe und ihrer Weichmacher Typen mitteilen die in den Pellets enthalten sind. Das sind streng gehütete Betriebsgeheimnisse. Keiner weiß, welche molekularen Bestandteile er gerade in seinen Kunststoff Produkten verarbeitet.

Kein Getränke Hersteller weiß aus welchen Bestandteilen das Plastik seiner Flaschen besteht, die er selber herstellt, mit Getränken füllt und als gesetzlich zugelassenes Lebensmittel auf den Markt bringt.

Unabhängige freie Labore in den USA und in Europa haben festgestellt, dass aus jeder Plastikflasche Stoffe diffundieren, die unser Leben negativ beeinflussen können. Polykarbonat Flaschen enthalten Bisphenol A das Östrogen emittiert. Dadurch werden kleinste Zellen geschädigt.
Pthalate dünsten aus dem Plastik aus und verändern unsere Hormone und die Spermienproduktion bei Männern. Die Anzahl von Hodenkrebs hat im Plastikzeitalter stark zugenommen. Auch Kleinkinder erkranken in unserem Zeitalter bereits an Hodenkrebs.

Von Asthma Anfällen bei kleinen Kindern und diversen Allergien, die man in den sechziger Jahren noch gar nicht kannte, einmal abgesehen. Die Spermienpruduktion von gesunden Spermien bei Männern ist in den letzten dreißig Jahren um 40 % zurückgegangen.
Das Problem ist:  Man benötigt über zehn Jahre um 11 Plastikbestandteile auf ihre Langzeitwirkungen zu testen. Es gibt aber momentan über dreihunderttausend in der verarbeitenden Industrie.

Die Spuren unserer Plastikproduktion haben alle Weltmeere verseucht. Das lässt sich nicht mehr rückgängig machen.Keine Technik ist in der Lage, die Weltmeere von unseren Plastikmüll zu reinigen.


Die mikroskopischen Partikel beeinträchtigen auch die Kleinlebewesen in Flüssen und Seen. Bei Fischen in unseren Flüssen hat man Phtalaten und Bisphenol A gefunden, das östrogene Vorgänge auslöst. Bei weiblichen Fischen werden die Eier immer kleiner und es bilden sich in den weiblichen Fischen männliche Keimzellen.

Bei männlichen Fischen ist es umgekehrt. Dort bilden sich weibliche Mini Eizellen. Man nennt diese Fische „Intersex-Fische“. Intensive Untersuchungen darüber finden an der Londoner Brunel Universität statt.


In der Zeitschrift FOCUS - Ausgabe Nr.30/2017 ist unter der Rubrik "WISSEN" eine Studie der Universität Georgia in Kurzform abgedruckt, die hier vorgestellt werden soll:



Ein amerikanisches Forscherteam kalkulierte in einer Studie, wieviel Plastik bisher weltweit hergestellt wurde:

8,3 Milliarden Tonnen Plastik wurden seit den frühen 50er Jahren bis zum Jahr 2015 hergestellt.

6,3 Milliarden Tonnen sind bereits Müll. 9 Prozent wurden recycelt. Davon wurden 12 Prozent verbrannt.
     79 Prozent des Abfalls landen auf Mülldeponien oder in der freien Natur.
    
12 Milliarden Tonnen Plastikmüll werden sich vorraussichtlich bis 2050 auf Müllhalden oder in der Landschaft ansammeln.
     Das entspricht dem Gewicht des Empire State Building.

    


Hier der Link zum Original-Bericht:
  
http://advances.sciencemag.org/content/3/7/e1700782


  

Zu diesem Thema gibt es auch einen absolut sehenswerten Film von Werner Boote, einem Wissenschaftsjournalisten und Filmregisseur, der sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und hervorragende Aufklärungsarbeit leistet.

Der Film ist in mehreren Teilen auch auf YouTube zu sehen. Titel des Films : Plastikplanet

www.plastic-planet.de




Siehe auch die Berichte aus der Zeitschrift  Die WELT:

http://www.welt.de/wissenschaft/article701251/Riesige-Flaeche-Plastikmuell-schwimmt-im-Pazifik.html

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article135525730/Wo-irrwitzige-Mengen-an-Plastikmuell-verschwinden.html



:neu:

Und zu guter Letzt: Umweltschutz_kannten_wir_nicht.docx
















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